Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts unterhielt die Thurn und Taxis`sche Reichspost keine Einrichtungen auf bayrischem Boden, da Bayern selbst im Landsberger Bund eigene Postverbindungen geschaffen hatte. Erst unter Kurfürst Ferdinand Maria (1651 - 1679) öffnete sich Bayern der Reichspost. Es wurde ein Reichspostamt in München errichtet und neue Postkurse angelegt. Eine Vielzahl von Postinstitutionen konnten errichtet werden. Unter Kurfürst Max IV. Josef 1799 - 1825 betrieb dessen Minister Monteglas aus staatspolitschen Gründen die endgültige Ablösung der Reichspost.
Mit der Auflösung des "Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen" im Jahre 1803 wurde der Thurn und Taxis`schen Reichspost der politische Rückhalt genommen. 1806 erhielt Thurn und Taxis das Postwesen in Bayern als Lehenpost. 1808 erfolgte die Übernahme des Postwesens durch den bayrischen Staat.
Nach der Übernahme der Reichspost unter eigener Regie führte Bayern eine Postreform durch, die eine Vielzahl von Verbesserungen hervorbrachte. Der wohl bedeutendste Schritt war der Vertrag zwischen Bayern und Österreich von 1842, der im Jahre 1850 zur Gründung des "Deutsch-Österreichischen Postvereins" führte.
Mit dem Beitritt zum Deutschen Bund am 23.11.1870 handelte Bayern Sonderverträge aus, die u.a. die eigene Post- und Militärhoheit beinhalteten.
 
Die erste ständige Poststation wird in Sonthofen 1845 eingerichtet. 1911/12 wurde das königlich bayrische Postamt an der oberen Bahnhofstrasse (heute Promenadenstraße) errichtet und in Betrieb genommen.
 
Rechts: pferdebespannter Postwagen der Post Sonthofen, der zum Transport von Post in die umliegenden Ortschaften genutzt wurde. Dieser war noch bis kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Einsatz.